ARBEITSGEMEINSCHAFT SIEGSTRECKE - Initiative zur Verbesserung der Schieneninfrastruktur der Siegstrecke
Zielsetzung
- Erhöhung der zulässigen Streckenhöchstgeschwindigkeit der Siegstrecke, um die Reisezeit im Korridor (Gießen – Siegen – Köln) nachhaltig zu reduzieren durch Einführung einer Sprinterverbindung (früher D-Zug) in der Hauptverkehrszeit
- nachhaltige Verbesserung der Streckenleistungsfähigkeit der Siegstrecke und Beseitigung von Kriegsschäden (eingleisige Streckenabschnitte im Rhein-Sieg-Kreis)
Der Kreis arbeitet seit 2006 mit den Nachbarkreisen in der Arbeitsgemeinschaft Siegstrecke mit. Untersucht wurden seit dem die baulichen Mängel der Strecke, Ertüchtigungsmöglichkeiten sowie die Einführung einer Sprinterverbindung (früher D-Zug) morgens und abends. Für den Kreis Altenkirchen ist diese Strecke von oberster Bedeutung. Der Ausbau scheitert derzeit an der Überlastung des Bahn-Knotenpunktes Köln. Wenn dieser ausgebaut wird, können konkrete Verbesserungen auf der Siegstrecke, wie z.B. eine Sprinterverbindung, realisiert werden. Das wird noch etliche Jahre dauern. Laut Auskunft des Verrkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS), Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober, im Kreisausschuss Altenkirchen sind aber die Voraussetzungen für den Aubau in Köln gut und werden angegangen.
Verkehrliche Bedeutung der Strecke
Die Siegstrecke verbindet im Drei-Länder-Eck von Hessen, NRW und Rheinland-Pfalz den Rhein-Sieg-Kreis, den Landkreis Altenkirchen, den Kreis Siegen-Wittgenstein sowie den Lahn-Dill-Kreis und verknüpft damit die Oberzentren Köln, Siegen und Gießen. Die Siegstrecke ist eine der Hauptmagistralen im Regionalverkehr in NRW und RP und ist zusammen mit der Kursbuchstrecke 445, Siegen – Gießen, die Hauptachse im Schienenverkehr für die Wirtschaftsregion Mitte-West[1] schlechthin. Sie hat damit für die weitere verkehrliche und wirtschaftliche Entwicklung der Anrainerregionen in Hessen, NRW und Rheinland-Pfalz eine herausgehobene Bedeutung.
Pendlerstatistiken des Kreises Altenkirchen zeigen, dass neben dem Großraum Köln auch das Oberzentrum Siegen im Drei-Länder-Eck für den Kreis Altenkirchen nach wie vor, eine wichtige übergeordnete, oberzentrale Funktion besitzt. Demnach verteilen sich z.B. die Auspendler im Kreis Altenkirchen in Richtung Siegen-Wittgenstein, Rhein-Sieg-Kreis und Köln/Bonn. Der Pendlerüberschuss (Auspendler minus Einpendler) beträgt rund 11.000 Pendler/täglich. Für den Kreis Altenkirchen als attraktiver Wohnkreis ist die schnelle Anbindung nach Köln/Bonn unter der Gesichtspunkt des demographischen Wandels eine westentliche Standortvoraussetzung.
Strukturpolitische Bedeutung der Strecke
Für die wirtschaftliche Entwicklung der Region und für die Wettbewerbsfähigkeit der Region mit anderen Standorten ist die Infrastrukturausstattung eine wesentliche Einflussvariable. Im Bereich der Verdichtungsgebiete und ihres Umlandes bilden die überregionalen und regionalen Schienenverkehrsverbindungen das Rückgrat eines gegenüber dem Individualverkehr konkurrenzfähigen Verkehrsangebotes. Die Beschleunigung und Verbesserung des Schienenangebotes insgesamt ist entscheidend für die Akzeptanz des öffentlichen Verkehrs.
"Die Erreichbarkeit der Regionen Köln/Bonn und Siegen/Gießen und die Konnektivität mit dem Umland ist nicht nur unter zeit-distanzieller Betrachtung auch ein Kosten- und damit Wettbewerbsfaktor" (vgl. Gutachten SMA Zürich zur Siegstrecke). Das heißt konkret: Wird die Siegstrecke nicht ausgebaut, entstehen dem Kreis Altenkirchen Wettbewerbsnachteile im Wettbewerb der Regionen. Das hohe Pendleraufkommen ist ein Beleg für die enge Verknüpfung der Arbeitsmärkte in den Nachbarkreisen.
Die Entwicklung
- der zentralen, urban geprägten Bereiche,
- der ländlichen Gebiete mit Verdichtungsansätzen und
- der ländlichen Gebiete
sind jeder für sich und zusammen, aus unterschiedlichen Gründen heraus, auf die schienenverkehrliche Erschließung angewiesen. Die Prognosen und Modellrechnungen zur demographischen Entwicklung bis 2050 zeigen deutlich, dass sich der Wettbewerb zwischen Regionen und Standorten unter den Rahmenbedingungen einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung mit ihren Implikationen für die wirtschaftliche Entwicklung verschärfen wird. Ein ländlicher Raum wie Altenkirchen ist dadurch besonders betroffen.
[1] Anmerkung für den Rhein-Sieg-Kreis: Region Mitte-West ist eine Initiative der Industrie- und Handelskammern Arnsberg, Dillenburg, Gießen-Friedberg, Hagen, Kassel, Koblenz, Köln, Limburg, Siegen und Wetzlar und der Handwerkskammern Arnsberg und Kassel.
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